Kettengehänge mit Anschlagketten richtig konfigurieren

Kettengehänge dienen bei Kränen und anderen Hebezeugen dazu, eine zuverlässige Verbindung zwischen Kranhaken und Last herzustellen sowie gegebenenfalls die Hubkräfte auf mehrere Anschlagpunkte an der Last zu verteilen. Zu diesem Zweck bestehen Kettengehänge im Allgemeinen aus einem Aufhängeglied, Anschlagketten, einem Tragfähigkeits-Kennzeichnungsanhänger und verschiedenem Zubehör.

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Auszug aus unserer Referenzkundenliste: 

 

Als Verbindungsmittel müssen Kettengehänge zur jeweiligen Last passen. Das betrifft insbesondere die aufzunehmende Belastung sowie die Anzahl und Länge der Kettenstränge, aber auch die Endglieder, mit denen Sie die Anschlagketten an der Last befestigen: ans Ende der Anschlagkette angeschweißte Ösen, Schäkel oder Ösenhaken. Im Folgenden finden Sie die Informationen, die Sie für die sachgerechte und sichere Zusammenstellung und Nutzung von Kettengehängen benötigen.

Individuelle Kettengehänge für das sichere Heben von Lasten

Aufgrund der schwerwiegenden Konsequenzen, die ein Versagen von Anschlagketten und anderen Anschlagmitteln zur Folge haben kann, gelten auch für die Herstellung und Verwendung von Kettengehängen besondere Vorschriften. Die Konstruktionselemente und Eigenschaften dieser Verbindungsmittel sind in DIN 5688 festgelegt. Das Schweißen der Kettengehänge ist von Herstellerfirmen durchzuführen, die über eine Zulassung der Berufsgenossenschaft verfügen. Die Einhaltung dieser Vorschrift wird auf den geprüften Anschlagketten durch das Einstempeln des BG-Kennzeichens kenntlich gemacht, das unter anderem die zugeteilte Herstellernummer enthält. Die Ketten Wälder GmbH führt seit 1977 das Kennzeichen H 33. Zusätzlich zu dieser Markierung der Anschlagketten stattet der Fabrikant ein jedes Kettengehänge mit einem Tragfähigkeits-Kennzeichnungsanhänger aus, der am Aufhängeglied befestigt ist und Aufschluss über die zulässigen Belastungen der individuellen Kettengehänge gibt.


Trotz der Vorschriften, die das Herstellen der Kettengehänge nur durch zugelassene Firmen erlauben, ist es mit Baukastensystemen möglich, dass Sie als Anwender die Anschlagketten dieser Verbindungsmittel an unterschiedliche Einsatzfälle anpassen. Für diesen Zweck planen Sie bereits beim Konfigurieren des Kettengehänges einen lösbaren Kettenanschluss ein, mit dem eine Anschlagkette im Gehänge befestigt wird. Solche Kettenanschlüsse in mehreren, unverwechselbaren Formen genormt, so dass eine einmal gelöste Anschlagkette nur an einer für sie vorgesehenen Stelle wieder angesetzt werden kann. Dadurch ist gewährleistet, dass die Berechnung der Tragfähigkeit eines Gehänges auch bei einer solchen zeitweiligen und planmäßigen Veränderung gültig bleibt. Für die korrekte Tragfähigkeitsberechnung sind zahlreiche Parameter zu beachten, wenn Sie ein Kettengehänge konfigurieren. Diese Aufgabe erleichtern Sie sich, indem Sie einen Online Kettenkonfigurator nutzen, wie den von Ketten Wälder für Gehänge aus cromox® Edelstahlketten.

Zu den wichtigsten Kriterien bei der Gehängekonfiguration zählen, nach der Gesamtbelastung, die Anzahl der Stränge von Anschlagketten im Kettengehänge. Diese beeinflusst natürlich die Tragfähigkeit des kompletten Verbindungsmittels, da eine Erhöhung der Anzahl die Belastung jeder einzelnen Anschlagkette reduziert, sie wird aber im Wesentlichen durch die Form der zu tragenden Last und ihre Stabilität bestimmt. Beim mehrsträngigen Kettengehänge ist zudem ein Zusammenhang zwischen der Länge der Anschlagketten und dem Abstand der Anschlagpunkte zu beachten. Dieses Verhältnis legt den Anschlagwinkel fest, das heißt, den Winkel zwischen der gespannten Anschlagkette und der Senkrechten. Hier führt insbesondere eine Vergrößerung des Winkels über 45 Grad hinaus zu einer Verringerung der Tragfähigkeit jeder einzelnen Anschlagkette, die nicht vernachlässigt werden darf. Daher kann eine optionale Verkürzung der Anschlagketten sinnvoll sein, zum Beispiel im Fall von Lasten mit sehr unterschiedlichen Längenmaßen.

Kettengehänge konfigurieren Sie typischerweise entweder mit einer einzelnen Anschlagkette oder mit zwei, drei oder vier Strängen. Diese Verbindungsmittel dürfen ausschließlich in der vorgesehenen Form genutzt werden, auch wenn es vielleicht verlockend erscheint, beispielsweise ein zweisträngiges Kettengehänge in gestreckter Lage als langes einsträngiges zu verwenden. Eine derartige Umnutzung von Kettengehängen verändert die Belastung der Anschlagketten und ist nicht zulässig, da die angegebene Tragfähigkeit nicht mehr gewährleistet ist.

Die Anforderungen an Anschlagketten im Kettengehänge

Ein Kettengehänge aus Anschlagketten - am Bau unverzichtbarIn Kettengehängen werden Rundstahlketten als Anschlagketten eingesetzt. Diese zeichnen sich durch die freie Beweglichkeit der Kettenglieder relativ zueinander aus. Die kennzeichnenden Merkmale einer solchen Anschlagkette sind Nenndicke, Teilung, Außenmaß und Güteklasse. Die Nenndicke bezeichnet den Durchmesser des Drahtes, aus dem jedes einzelne Kettenglied gebogen wird. Das Außenmaß der Glieder einer Anschlagkette ergibt sich aus der Nenndicke und dem Biegeradius, es muss insbesondere größer sein, als der dreifache Drahtdurchmesser, da der Draht eines jeden Kettenglieds auf zwei Seiten vom nächsten Glied umschlossen wird. Die Teilung entspricht dem größten Maß des lichten Raums im einzelnen Kettenglied und darf bei einer Anschlagkette, wie sie im Kettengehänge verwendet wird, die dreifache Nenndicke nicht überschreiten. Die Güteklasse gibt schließlich Auskunft über die Materialeigenschaften des Stahls, aus dem die Anschlagketten und weiteren Bestandteile von Kettengehängen gefertigt sind. Sie leitet sich von der Mindestbruchspannung ab und ist Teil der BG-Kennzeichnung, mit der geprüfte Anschlagketten gestempelt werden. Der Stahl einer Anschlagkette der Güteklasse 8 ist beispielsweise bis mindestens 800 N/mm² belastbar, bevor er bricht.


Als Zugmittel in Hebezeugen eingesetzte Ketten dürfen nicht als Anschlagkette genutzt werden, da die Verwendung mit Kettenrädern oder Taschenrädern eine Lehrenhaltigkeit und damit eine beschränkte Dehnung voraussetzt. Als Werkstoff für Kettengehänge, aber auch Anschlagmittel im Allgemeinen, eignet sich besonders Edelstahl. Das liegt zum einen an den höheren Festigkeitswerten der vergüteten Stähle, zum anderen aber auch an deren Widerstandsfähigkeit gegen Korrosion. Die Korrosionsbeständigkeit gewährleistet den Erhalt der Tragfähigkeit von Kettengehängen und Anschlagketten im Außenbereich sowie, je nach Werkstoffwahl, auch in chemisch aggressiven Umgebungen. Hierzu gehören bereits Schwimmbäder und Meere aufgrund des erhöhten Chlorgehalts im Wasser.

Das richtige Kettengehänge für Ihren Anwendungsfall

Individuelle Kettengehänge stellen Sie sich vorteilhaft im Kettenkonfigurator zusammen. Hier geben Sie benötigte Tragfähigkeit und die Länge der Anschlagketten vor, zusammen mit der Anzahl der Stränge und dem maximalen Anschlagwinkel. Nach der Auswahl der weiteren Gestaltungsoptionen, wie der Gehängevariante, optionalen Verkürzungen und der Endbestückung, berechnet der Konfigurator, welche Stärke der Anschlagkette erforderlich ist und stellt ein entsprechendes Angebot zusammen. So kommen Sie schnell zu einem Gehänge, das genau Ihrem Anwendungsfall entspricht.